Einige haben mich nach einer Beurteilung der D300 gefragt, hier ist sie also...
Ich mach mich hier rar, daher für offene Fragen:
yala-foto@web.de oder über eine ganz bestimmte Person.
Die Nikon D300 ist mittlerweile nicht mehr ganz aktuell und wurde vor einigen Monaten durch die D300s abgelöst.
Ich habe die D300 seit Anfang 2008 und habe sie im Wildlife- und Naturbereich ausgiebig gefordert.
Als ich sie in die Hand nahm war ich beeindruckt von der Größe und vom Gewicht, besonders, als ich den Batteriegriff „MB-D10“ montierte. Ich muss sagen, ich habe relativ kleine Patschehändchen, komme aber ohne Probleme an jeden Knop und jedes Rädchen, was auch der Grund für diese Kamera war. Der Batteriegriff ermöglicht es zum Glück, dass der Akku in der Kamera bleiben kann und die im Griff eingelegten Zellen die Betriebsdauer verlängert. Im Falle von 8 eingelegten AA-Akkus oder einem großen D3-Akku erhöht sich die Serienbildgeschwindigkeit auf 8 Bilder/Sekunde, gerade für Sport und Tiere sicher ein gutes Argument. Dass Nikon diesen Punkt auch bei AA-Akkus ermöglicht finde ich anhand der Preise für den D3-Akku plus Ladegerät fair, bzw. als Pflicht. Ich nutze 8x die Eneloops und komme auf gute 2000 Fotos bei AF und Stabi-Nutzung.
Direkt nach dem Staunen ging es schon ans Werk, nämlich den Einstellungen. Das Menü ist super aufgeräumt und ein Klick auf die ?-Taste zeigt eine Erklärung der angezeigten Funktionen, sehr hilfreich. Übrigens, dieses neue Menü zieht sich bis in die aktuellsten Modelle D300s und D3s/D3x... Kurz zusammengefasst, der Nutzer kann 4 Aufnahme-Menüs programmieren und mit 4 programmierbaren Individualfunktions-Menüs kombinieren. Ein Beispiel:
Aufnahme-Menü auf RAW eingestellt bei verlustfreier Komprimierung ist bei mir verknüpft mit dem I.F.-Menü, welches u.A. folgendes beinhaltet: AF-S (one shot) mit Schärfepriorität, AF-C (AI-Servo) mit Auslösepriorität, Gitternetz eingeblendet, SVA aus, Töne aus, usw...
So kann man für sämtliche Zwecke komplette Menüs erstellen. Will ich für eine Auktion einfach kleine JPGs haben, dann ändere ich das Aufnahme-Menü (JPG, starke Komprimierung, niedrigste Auflösung etc...).
Das tolle ist, Nikon hat auf der Menü-Startseite eine ganze Reihe von freien Plätzen gelassen, wo man sämtliche I.F.-Punkte ablegen kann, wie z.B. SVA, etc.
Bei den Aufnahme-Menüs kann man auch die JPGs beeinflussen (Schärfe, Sättigung, Kontrast etc.). Dies spielt bei RAW keine Rolle, doch die Nikon-Programme ViewNX und CNX2 übernehmen diese Einstellungen und somit hat man bei der RAW → JPG-Wandlung direkt ohne weitere Eingriffe die in der Kamera eingestellten Charakteristiken auf dem Schirm.
Weitere Einblicke in die Menüs würden zu verwirrend sein, daher versuche ich nun meinen Eindruck der Tastenbelegung zu vermitteln.
Die D300 hat keine Motivprogramme. Über den „Mode“-Button rechts oben auf dem Gehäuse wechselt man über das Daumenrad S (TV), A (AV), M oder P. Das war es schon. Links befindet sich eine Knopfeinheit, wo man die ISO, AW und die Auflösung einstellen kann (letzteres unwichtig für mich, da ich diese in den erwähnten Aufnahme-Menüs einstelle).
Das Rad, welches diese Knopfeinheit umgibt gibt die Auswahl frei für folgende Funktionen: Einzelbild, Serie Low-Speed (Bildrate im Menü wählbar), Aktivierung des Liveviews, Selbstauslöser, und „mirror up“ (eine SVA mit Nutzerbestimmten Dauer).
Super gelöst, einzig die ISO-Taste finde ich ungünstig zu erreichen, man kann sie leider auch nicht umlegen.
Die Wahl der Messmethode liegt rechts neben dem Sucher und ist blind mit dem rechten Daumen zu erreichen, die Mittenbetonte Messung ist hier zu loben, da man sie im Durchmesser in mm-Angabe im Menü bestimmen kann. Die Spotmessung ist an das aktive AF-Feld gekoppelt, so entfällt ein Schwenken der Kamera und sie bleibt bei bewegten Motiven (Vögel) immer am Motiv.
Die AF-Auswahl kann man entweder auf das zentrale Feld legen, der Kamera überlassen, oder man kann sie über den 8-Wege-Taster einstellen, welcher direkt neben dem ruhenden Daumen positioniert ist. Zuletzt bleibt die Abblendtaste, die in der Griffmulde auf Höhe des Mittelfingers liegt, da ist sie immer erreichbar, auch beim Freihandfotografieren mit schweren Objektiven.
Die Kamera selbst ist aus Metallgerüst gebaut, welches von Magnesium umhüllt ist. Zusätzlich sind alle Spalten und Knöpfe abgedichtet, was die Kamera sehr robust macht. So ist mein Gehäuse an sämtlichen Stellen bis deutlich in das Magnesium zerkratzt und verdellt und auch einige Kurzzeitduschen im Süßwasser haben ihr bisher keinen Schaden zugefügt. Mir ist sie mittlerweile mehrmals auf verschiedene Böden gefallen und hat bis zu 10 Stunden Dauerregen und 12 Stunden bei 10-15 Grad im Minusbereich tadellos ohne Ausfälle hingenommen, im Winter 2009/2010 war sie komplett eingefroren, die Eisschicht auf Kamera und Objektiv war so dick, dass der Auslöser nicht mehr sichtbar war.
Ich bin froh, dass sie noch funzt, denn ich denke, dass ich sie teilweise in Situationen und vor allem mit Handhabungen nutze, die der Hersteller so nicht eingeplant hat (3cm. In matschiges Flussufer drücken um möglichst bodennah zu kommen).
Zu der Bildqualität schreibe ich bewusst nichts, da sie in meinen Augen in der Oberklasse der damalig aktuellen APS-C-Klasse liegt und ich durch mangelnde Bearbeitungskünste viel Potenzial verschenke.
Mein persönliches Fazit ist 1/1 auf die D300s übertragbar, verändert hat sich nur der 8-Wege-Knopf, dieser hat nun einen zentralen „Set“-Taster bekommen. Elektronisch hat sich nur die Videofunktion dazu gesellt und angeblich ist das Rauschverhalten besser, ich habe sie jedoch noch nicht getestet.